Kritik: Die Belagerung von Stromgarde

Oder: Johanna von Orléans und die Rache der Weltraumziegen

Gut, seien wir ehrlich, der Titel ist jetzt ein bisschen dämlich, aber in diesem Plot wurde immerhin einer bestimmten Fraktion ein ganzer Abend gewidmet und das bleibt halt hängen.

In welcher Art und Weise, dazu kommen wir später.

Jetzt möchte ich erst einmal Danke sagen.

Vorne Weg natürlich der Plotleitung für ihre Arbeit, ihren Einsatz und die Organisation eines Events das diesen Server einmal wieder bereichert hat und das ganz unabhängig vom Urteil das noch folgt. Denn, wo wären wir ohne solche Personen, die sich hinsetzen, sich immer wieder die Zeit nehmen und damit nicht nur ihr Eigenes, sondern auch das Hobby anderer bereichern. Dafür ein dickes, dickes Dankeschön.

Ebenso ein danke geht an die 85zigste aus Eisenschmiede, speziell an den Hauptmann der weder IC noch OOC Probleme damit hatte, eine Kirin Tor unter einer falschen Identität in seiner Truppe mitreisen zu lassen. Viele solcher Momente summieren sich inzwischen, so dass ich bei der Eisenschmieder Community immer mal wieder auf den Gedanken komme: „Ich liebe diese Stadt.“

Und zu guter Letzt möchte ich mich als einfacher Teilnehmer auch bei den anderen Teilnehmern bedanken, denn zusammen ist es doch gleich nochmal so schön. Meistens zumindest.

 

Einschränkung der Kritik

Zum allerersten Angriff und der ersten Nebenquest kann ich nicht viel sagen.

Zum Angriff war ich nicht dabei und zur ersten Nebenquest sind wir Zwerge gerade erst einmarschiert, sollten wohl auch noch nachträglich in eine Gruppe einsortiert werden, als es dann aber darauf ankam, waren wohl die Kapazitäten der SL erschöpft/nicht verfügbar und so verblieben wir mit Bratwurst und Bier im Feldlager. War übrigens auch mal Nett.

 

Der meiner Meinung nach beste Plotabschnitt:

Rückblickend erinnere ich mich noch am liebsten an die zweite Nebenquest. Die Sicherung des Versorgungstunnels war zwar nichts wirklich Großes, aber alles in allem eine sehr angenehme Standartmission, recht ordentlich von Dérnos geleitet und das nicht nur OOC, sondern auch IC! Die Begebenheiten mit denen die Gruppe konfrontiert wurde, ließen viel Platz für moralisches oder unmoralisches Vorgehen, wurden aber sauber und zügig gemeistert und wie ich es vorher schon erwähnte, hier war mal klar, man ist beim Militär und ein Kommandant sagt wo es langgeht. So wie es sein soll. Das von der Imaginären Größe her etwas überzogene Gefecht am zweiten Tag hätte es da schon gar nicht mehr gebraucht. Zumindest für mich waren diese zwei Tage eine runde Sache.

 

Leider kommen viele andere Teile des Hauptplots, meist aufgrund von mehreren Problemen nicht an die Nebenquests heran.

 

Der meiner Meinung nach schlechteste Plotabschnitt:

Dieser beginnt für mich mit einem Kriegsrat, den man als einfaches Mitglied der Armee mehr oder weniger ausgesessen hat, bis ich gegen 22 Uhr Offline ging, auch wenn der nächste Tag ein Sonntag war. Auch am Wochenende klingelt der Wecker halt manchmal früh. Der Kriegsrat war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorbei, aber anscheinend wurde noch aktiv weitergemacht, denn am nächsten Abend stand man schon auf der Mauer. Soweit so gut. Der Kampf gegen die drei Hexer konnte beginnen. Leider ging man gefühlt mit recht wenig Informationen ins Gefecht, auch die Eröffnungsemotes der drei streitenden Hexer ging für mich in einer etwas lang gezogenen Aufteilung der Gruppe irgendwie unter. Der Rest des Abends war überschaubar, man bewegte sich in die Gasse, überstand das Gefecht gegen die ersten Illusionen mit leichten Verlusten, verschnaufte dann kurz und begann die Vermissten zu suchen, bis zum Cut. Soweit so gut, für den Teilnehmer war hier auch schon grob einzuschätzen, was wahrscheinlich noch kommt.

 

Der zweite Kampftag entpuppte sich dann aber als eine wirre Mischung aus Wartezeiten, fragwürdigem Gegnerverhalten, Organisations- und Kommunikations-Problemen, sowie der üblichen lang gezogenen IC Diskussionen.

Erst wurden die Vermissten von der SL versorgt, worauf die Hauptgruppe etwa eine halbe Stunde verschnaufen konnte (etwa 30 min Wartezeit). Dann musste man sich aber erst lang und umständlich dafür entscheiden die Häuser zu durchsuchen und dies dann auch noch tun. (1,5 – 2 Std. Wartezeit für die Vermissten) Das die Häuser wohl sauber seien und eine Suche nichts bringt, wurde wohl von der SL kommuniziert, scheint aber anscheinend bei keinem Mitspieler angekommen zu sein. Auch mir war es nicht bekannt. Gleichzeitig hätte man die Zeitspanne sicher um eine halbe Stunde verkürzen können, wenn es IC eine klare Führungsfigur und damit ein schnelles und klares Kommando gegeben hätte. So kam es wieder zu der oft üblichen Diskussion, was den zu tun sei. Von der SL wurde dann in einem Haus doch ein Eingang improvisiert, wohl damit es weitergeht, die findende Teilgruppe hat dies natürlich nicht gleich gemeldet, sondern ist erstmal auf eigene Faust los und bis jemand umdrehte, um die Anderen zu informieren, waren schon wieder 10 bis 15 Minuten vergangen. Daraufhin schien sich für mich alles irgendwie zu überschlagen. Ein Teil reagierte auf die Tunnelmeldung, ein Teil nicht, unsere Gnome scheinen da schon unter die Räder der Unübersichtlichkeit gekommen zu sein und auf einmal war da dieser Nebel, durch den die SL dann alle ins Finale zwang. Wieder erfolgte eine lang gezogene Aufteilung, erst in eine unübersichtliche Großgruppe, dann in kleinere Gruppen, die aber untereinander nicht mehr wirklich reagieren konnten. Auch die Co-SLs hielten dann ein recht unterschiedliches Tempo, während die meine, jede Kampfrunde einen Charakter tötete, also herausnahm, um vorwärts zu kommen, schienen andere noch in der Illusion gefangen, als der Hexer bereits enttarnt und Tod am Boden lag. Dieser kam nämlich leider auch nicht mehr groß zur Reaktion, sondern viel nach seinem Erscheinen mehr oder weniger direkt einem Zauber zum Opfer.

Ich kenne zwar den Grund dafür, dieser ist im IC zu finden und ich kann auch nicht darüber meckern, da das Verhalten des Magiers der ihn direkt tötete voll verständlich ist. Trotzdem hätte man mit seinem Ableben vielleicht noch warten können, bis alle Spieler wieder auf einem Stand sind. Insgesamt Erschien dieser Tag und vor allem das Ende, als ein sehr improvisiertes und chaotisches Hin und Her.

Dazu kommt noch:

  1. Ein sehr fragwürdig agierender Gegner, auf den ich mir bis heute keinen Reim machen kann. Es steht immer noch die Frage im Raum, warum er die Charaktere genau in den Raum gelotst hat, von dem aus sie seine Pläne kaputtmachen konnten. Der Sinn dahinter bleibt aber wahrscheinlich ungeklärt.
  2. Das Sahnehäubchen kam dann einen Tag später, als im Forum dann noch einmal lang und breit, der Ablauf des hier beschriebenen Abends von der SL heruntergebetet und im Detail erklärt werden musste, damit ein paar Spieler zumindest einigermaßen mitkommen.

Wenn ich das alles zusammenzähle, fallen mir leider zu diesem Plotabschnitt keine positiven Worte mehr ein. Für mich ein klarer Tiefpunkt.

 

Andere aufstoßende Patzer

 

  1. Das Eingehen auf die einzelnen Gruppierungen und Fraktionen.

Es ist mir bewusst, dass jeder gerne seinen großen Moment haben möchte, dass man bei so einer Plotgöße, aber nicht immer auf alle eingehen kann und auch mal Gruppen übersieht.

Aber, in vielen Fällen die Fähigkeiten, vor allem der Spezialisten, wie Gnome, Wildhämmer, Späher und Ähnlichen zu ignorieren, nicht zu nutzen und dann auch noch alle gesammelt, an einem voll geskripteten Abend zu reinen Statisten des Auftritts der Lichtgeschmiedeten zu machen. War einfach nur frustrierend und hat nachvollziehbar für einigen Unmut gesorgt. Ich denke hier sollte die Plotleitung vielleicht noch einmal reflektieren, was man mit diesem Abend bezwecken wollte und ob sich das am Ende als so lohnenswert herausgestellt hat. Den diesen Abend sehe ich für mich als verschenkte Zeit an.

  1. Chatübersicht und Emotedisziplin

Im Weiteren störte die unübersichtliche Trennung zwischen SL Anweisungen und Charakteremotes nach dem Eintreffen der Lichtgeschmiedeten und dem Fall des Nebentors beim Finale. Hier war ab einem gewissen Punkt teilweisen nicht mehr zu überschauen, was nun SL Anweisung, Charakter der SL oder einfach nur Geschrei von Anderen war. Alles emotete in allen Kanälen kreuz und quer durcheinander. Kurz um, hier wurde es sehr unübersichtlich. Andererseits waren an diesen Punkten die Aktionen der Spieler aber auch nicht mehr relevant, da die Kämpfe gewonnen waren und auch nicht mehr wirklich auf die Aktionen der Spieler eingegangen wurde.

  1. Fragwürdige Gruppenkoordination

Und auf das Raum-Zeit- Paradox, durch das die Gruppe vom Haupttor, nach ihrem Erfolg, auf einmal hinter der Gruppe am Nebentor stand, ohne eigentlich in ihre Richtung gelaufen zu sein, will ich gerade nicht weiter eingehen. Da hab ich am letzten Abend einfach jeglichen Sinn für Logik ausgeschaltet.

 

Soweit zu den etwas detaillierteren kleineren Fällen. Keine Angst, am Ende wird nichts so Heiß gegessen, wie es gekocht wird.

 

An die Mitspieler… 

Einen Punkt will ich noch einmal einschieben, der betrifft aber primär die Mitspieler des Plots und ist irgendwie eine Never Ending Story

Auch nach Jahren auf diesem Server sieht man in solchen Plots immer wieder dieselben Charaktere – Ja, ein und dieselben Charaktere – die auch durch das schlimmste feindliche Trommelfeuer hindurchspringen oder es aussitzen, ohne auch nur einen Kratzer abzubekommen.

Und dabei zeigen sie auch nach Wochen des Kampfes und der Entbehrung keine Erschöpfungszustände und die Frisuren der Magierinnen sitzen natürlich auch weiterhin perfekt.

 

Liebe Leute, niemand verlangt – wie es manch anderer auf diesem Server gerne tut – das man seinen geliebten Main gleich unter die Erde schickt.

Aber es gibt Situationen – und solch eine Belagerung gehört nun einmal dazu – aus denen geht man im Normalfall nicht unbeschadet nach Hause.

Vor allem nicht, wenn der Feind von allen Seiten gleichzeitig auf einen einschlägt und man ohne jede Deckung oder Ausweichmöglichkeit mitten drin steht.

 

Ich höre an dieser Stelle lieber auf, sonst verrenne ich mich nur.

 

Das kurze Fazit

 

Es war grundlegend im Umfang und von den Mitspielern her, ein sehr angenehmer Plot, mit einigen glänzenden Nebenquests. Außerdem gab es ein paar nette neue Ansätze, wie die Zeitbegrenzung für Emotes in Plotrunden und man hat mal wieder ein paar neue Gesichter kennengelernt und auch ein paar alte etwas besser. Insgesamt war ich also gerne dabei.

 

Allerdings! Steht dem klar entgegen, dass es mehr als eine Handvoll Situationen und Zustände gab, die für eine gewisse Frustration gesorgt und zeitweise immer wieder auf den Spaß gedrückt haben. Ausgelöst wurden diese anscheinend durch einen zu engen Zeitplan, kurzfristige Improvisation, schlechte Kommunikation (IC wie OOC) und ein paar fragwürdige Design-Entscheidungen in der Hauptstory.

Und ich muss ehrlich sagen, dass ich einen Teil dieser Probleme von einer anscheinend so alten, grundlegend eingespielten und Mitgliedertechnisch gut bestückten Gilde wie den Adlern von Arathor, nicht erwartet hätte.

Da wäre mehr drin gewesen.

 

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Dunkle Schatten – Part 3

Dieses Mal rieselten die Flöckchen nicht einfach auf den Pass hinab, die Chance dazu wurde ihnen genommen. In strengem Galopp stürmte der Hengst den Pass hinauf, die Reiterin hatte sich leicht in den Wind den geduckt und unterwegs auch ihren Familiar aus ihrer Tragetasche befreit. Dieser lag nun hinten auf dem Gepäck und wippte mit den ausholenden Schritten des Tieres mit. Seine Levitationszauber verhinderten zwar, dass er einfach herunterfiel, aber trotzdem hielt sich das lange rote Lesebändchen ordentlich im Gepäck und einem der Gepäckseile fest.

Schnaufend kam der Hengst an der Stelle der vormaligen Begegnung mit dem Bären zu stehen. Die Rechte hielt weiter den Stab umfasst. Im Falle eines Angriffs würde er ihr wie eine Lanze zur Verfügung stehen und ihr Familiar kümmerte sich um die magische Defensive. Allerdings schien niemand Interesse daran zu haben, sie anzugreifen.

„Siehst du etwas?“ Fragte sie in den fallenden Schnee hinaus. Sie selbst nahm nichts war, zumindest was einen Menschen und seine üblichen Sinne betrifft.

Ja, rechts von Dir! Sie trieb ihr Pferd auch gleich etwas herum. Etwas liegt hinter den Büschen, wahrscheinlich der Bär, jetzt wo ich aus dem Lederding raus bin, kann ich die Restaura klar ausmachen.

„Ein magisch begabter Bär?“ Immer mal viel ihr Blick nach hinten oder den Pass hinauf, immer noch einen Hinterhalt vermutend.

Quatsch, aber es ist eine Restaura vorhanden, ich würde mal sagen Schattenmagie, die in seinem Kopf rumgespielt hat. Jesper hatte sich derweil vom Gepäckstapel erhoben und seinen Einband in Richtung der Büsche gedreht. Das Auge Dalarans, das auf dem Einband eingebrannt war, leuchtete matt violett, während er sich immer weiter auf die Büsche fokussierte.

Ja, so etwas in der Richtung muss es gewesen sein Mädchen, für mehr musst du wohl einen Weissager herbestellen, aber ich bezweifele, dass er rechtzeitig hier wäre.

„Das bezweifle ich auch. Siehst du sonst noch etwas Auffälliges?“ Kaum ausgesprochen wendete sich der Buchband mehrmals um alle Achsen und klapperte dann ein wenig mit dem Einband. Nein, nichts weiter auffälliges. Aber wir sollten das im Hinterkopf behalten.

Mit zusammengezogenen Augen blickte sich die Magierin weiterhin um. Eine gewisse Unzufriedenheit war ihren Zügen nicht abzusprechen. „Gut. Schluss mit dem Lesen, ich denke wir werden wohl etwas schneller nach Hause kommen. Mach bitte eine Notiz und erinnere mich daran, bei der Wache nachzufragen, ob ihr im Gebiet etwas vorgefallen ist. Vielleicht klärt es sich dann ja von alleine.“ Und so zog sie auch schon die Zügel des Hengstes wieder herum und trieb ihn nun mit aller Eile in Richtung Eisenschmiede.

Erledigt! Klimperte es in ihren Gedanken. Und nun ab nach Hause Mädchen. Das Wetter wird schlechter und meine Seiten werden nass.

Dunkle Schatten – Part 2

Ein leichtes Kribbeln machte sich in ihrem Hinterkopf bemerkbar, ganz vorsichtig kam es näher, bis es sich endlich traute etwas zu sagen.

Ich will dich ja nicht stören Mädchen, aber hast du den Bären gesehen?

Silianea hob kurz die linke Augenbraue, die Augen blicken einmal über den Buchrand hinweg, in der Erwartung eines weiteren Bären auf der Straße. Der Blick viel aber nur ins weiße Dun Morogh. Schneebedeckte Gipfel, Wälder und Seen eröffneten sich vor ihr, aber kein weiterer Bär. „Meinst du das Tier von eben? Nun, es war ja nicht zu übersehen.“ Sie blätterte eine Seite weiter.

Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei. Dank dieser tollen neuen Tasche in der du mich in letzter Zeit herumträgst, hab ich nicht mehr immer den vollen Blick auf meine Umgebung. Aber ich bin mir sicher einen dunklen Schatten auf dem Bären gespürt zu haben.

Die Augenlieder der Magierin zogen sich etwas zusammen. Jesper – ihr Familiar – war zwar ein notorischer Schwarzseher und Pessimist, aber im Normalfall warnte er nicht ohne Grund und in den meisten Fällen schlug der Gefahreninstinkt dieses Ehemaligen Wachhundes nicht ohne Grund an. „Du meinst also wir sollten uns das näher ansehen?“

Eigentlich eine überflüssige Frage. Sie sortierte bereits das alte Tagebuch in eine der Satteltaschen, nahm die Zügel fest in die Linke und ihren Stab aus dem Rückengurt.

Ja, das meine ich. Ich kann mich ja auch irren, aber das würde mich ja nur Menschlicher machen, als ich eh schon bin, nicht wahr? Antwortete er direkt etwas süffisant in ihren Gedanken.

Mit einem leichten Augenrollen überging sie einfach seinen Kommentar und begann mit einem Zug der Zügel nach links, ihren alten Hengst zu wenden. „Wie üblich Jesper, Augen offen halten, Verteidigungsschild der Rüstung nach Bedarf einsetzen und keine Spielereien.“ Mit einem recht enthusiastischen Druck in die Lenden trieb sie ihr Reittier wieder den Nordpass hoch, immer dem Möglichen Abenteuer entgegen.

Ach wo denkst du hin. Ich und Spielereien, Haha. Lästerte ihr dickes Schwarzes Kompendium. Wir kennen uns lange genug Mädchen. Ich mach das schon.

Dunkle Schatten – Part 1

Leise rieselten bei jedem Schritt einige Flöckchen weißen Schnees von den Hufen des alten braunen Hengstes, der in einem langsamen Trab, den langen Weg über den Nordpass in Richtung Dun Morogh fast hinter sich gebracht hatte. Seine Reiterin hatte es nicht eilig gehabt wieder in die weißen Weiten der Zwerge zu kommen. Auch wenn hier ihre Wahlheimat und ihre Arbeit auf sie warteten, hatte sie während ihrer Rückreise die Nase lieber in das kleine Tagebuch gesteckt, welches sie im Verfallen Magierturm von Blutwalden aufgetan hatte. Zeit und Reisetempo waren dabei nebensächlich geworden. Aber wann kam man schon einmal an das Tagebuch eines Hofmagiers, der vor Sechshundert bis Siebenhundert Jahren gelebt und dort seines Amtes gewaltet hatte.

Mit einem Ruck kam ihr Hengst zum Stillstand und brachte die Magierin mit einem laut hörbaren schnaufen aus seinen Nüstern dazu, ihre Gedanken vorerst zur Seite zu schieben. Komplett auf das Buch konzentriert hatte sie nicht auf den Weg vor sich geachtet und schon gar nicht hatte sie den fetten felligen Braunbären bemerkt, der in etwa 100 Meter Entfernung vor ihr die Straße überquerte. Leicht humpelnd und den linken hinteren Lauf nachziehend, trottete er vorwärts, blickte einige Zeit mit seinen stechenden kleinen Augen in genau ihre Richtung und setzte dann seine Weg über das Kopfsteinpflaster fort, hinein in die weißen Büsche und Bäume Dun Moroghs. Ein leichtes Knacken und knarzen des Unterholzes war noch einige Momente zu vernehmen. Dann lag die Straße des Passes wieder ruhig da. Als hätte sie nie jemand gekreuzt, nur ein paar Spuren im Schnee zeugten noch von seinem bärigen Besucher.

Einige Momente lauschte sie noch in den Schnee und ihre Umgebung hinein, aber es war kein weiteres Geräusch zu vernehmen, kein Zwerg, keine Jagdhunde, nur das zwitschern einiger Vögel und das weitere Schnaufen ihres Hengstes. Mit einem leichten Stoß ihrer Stiefel setzte Dieser nun auch schon ihren gemeinsamen Weg fort und auch siefolgte weiter den Geschichten eines Magiers aus alter Zeit , ihrem möglichen künftigen Vorgänger.

Durch diese Ablenkung völlig unbemerkt, blickten weiterhin zwei stechend kleine Augen aus den Büschen am Wegesrand auf die vorbeireitende Magierin. Bewusst folgten sie auch weiterhin jeder Bewegung der Reiterin, jedem wippen ihres Körpers, dem Wind der durch ihre Haare wehte, die magischen Ströme die sanft und gut versteckt, aber für ihn doch sichtbar durch die Nähte ihrer Rüstung zogen. Dann endlich war es vorbei. Die Magierin bog um den nächsten Berghang und war verschwunden. Kurz darauf brach der alte humpelnde Braunbär erschöpft zusammen, stumm und willenlos. Er hatte versucht mit seinen Tierischen Instinkten dagegen anzukämpfen, doch es hatte nicht gereicht. Während der stechende Blick von seinen Augen abfiel und er seinen letzten Atemzug tat, bedauerte er zutiefst, diesem Bösen geholfen zu haben, das nun seinen Geist schnell und schmerzlos zerstörte. Hoffentlich war sie stärker als er. Dann hörte sein Herz auf zu schlagen.

Hekates Maskenball. Noch ein Lob.

Tja, was soll man sagen.

Ich habe die letzte Woche über, ab und an mal reflektiert und bin die beiden Abende des Maskenballs noch mal durchgegangen. Meistens eröffnen sich ein paar Punkte ja erst, nachdem man mehrere Sachen nochmal überschlafen hat. Ich muss aber wirklich sagen, mir fällt nichts ein, was ich im Nennenswerten Maße kritisieren könnte. Ich sage immer gerne: Es war einfach eine runde Sache. Und das sage ich sehr selten über Plots. Noch nicht mal über die Eigenen Minievents.

Ich war beim Maskenball, nun wirklich als völlig Außenstehender dabei. Weder hatte ich mit meinem Charakter vorher nennenswert mit anderen Charakteren aus der Gilde zu tun (Außer Payton, mit dem ich mal zusammen im gleichen Großplot steckte). Noch hatte ich OOC mit anderen Personen aus der Gilde Kontakt und selbst wenn, fällt es mir wohl gerade nicht ein oder es ist mir nicht bewusst das jemand aus meinem Bekanntenkreis dort einen Mitwirkenden Charakter hat. Und so kann ich mit diesem Blickwinkel nicht meckern.

Auf mich wirkte das Event wirklich gut durchorganisiert und durchgetaktet. Von vorne bis hinten. Die Darsteller waren gut, die Emotes waren gut zu lesen und in der Masse gut geschrieben. Wenn es im Hintergrund Probleme gab, so sind sie zu mir nicht vorgedrungen, weder während des Events, noch auf anderem Wege. Selbst meine Befürchtung, mal wieder als Einzelkämpfer und ohne Gildengrüppchen auf der Ersatzbank zu landen – denn wir kennen ja das Grüppchenverhalten des Adels bzw. der Sturmwinder – wurde netterweise durch einen eurer Mitspieler ausgehebelt. Ich denke, wenn man seit langem mal wieder eine Nacht im RP durchmacht und noch zwei Tage später davon zehrt UND es auch noch Spass gemacht hat. Ist es sehr gutes Zeichen. Soweit so gut. Aber, es ist natürlich nicht alles perfekt. Das ist mir allerdings auch erst jetzt zum Ende der Woche aufgefallen, nachdem ich über den Maskenball ein Zweites Mal nachdachte.

So gut das Event auch war und so gut es mir gefallen hat. Kann ich mich im Nachhinein nicht des Eindrucks erwehren, dass eure Gilde das – soweit mir bekannt – selbstgesteckte Motto des Balles nicht erreicht hat.

Wenn ich mich nicht irre, läuft das ganze unter dem Motto: “Auf den Frevel, die Eklate – […] ” Und ich muss im mehrmaligen drüber nachdenken, leider sagen. das mir Frevel und Eklatante Ausrutscher – Gewollt oder Ungewollt – besser gesagt, ein richtiger Skandal, im Öffentlichen Bereich dieses Maskenballs nicht begegnet sind. Übersteigerte Selbstdarstellung der Gastgeberin und des dazugehörigen Reichtums. Ja, das war da. Aber auf der Party dann bitte alles ganz gesittet. So würde ich es wohl nennen. Und was die selbst bereitgestellten Gerüchte betrifft. würde ich sie fast als “Handzahm” bezeichnen.

Klar liegt so etwas auch immer mit an den Gästen und ja, ich bin mir auch über den Faktor “Ab 12 Jahren” der FSK bewusst. Aber trotzdem habe ich den Eindruck: An das Motto hat es nicht herangereicht. Trotz der Tatsache, das es ein Top Event war.

Hekate ruft zum Bankett. Ein Lob.

Man stelle sich einmal vor…

… jemand organisiert ein richtig tolles Bankett und keiner geht hin.

Zumindest ist das einer von zwei Sätzen, die meine Meinung zum Eröffnungsbankett bei Hekates Zauberpokal in Dalaran zusammenfassen würden.

Der zweite Satz ist mehr ein Gefühl.

Stellen sie sich vor: Sie sind auf einer familiären Feierlichkeit und dort gibt es den berühmten Tisch für die Erwachsenen und den Kindertisch. Sie selbst sind noch etwas Jünger, aber schon lange kein Kind mehr und müssen am Kindertisch Platz nehmen, obwohl sie voll und ganz der Meinung sind, das sie dort nichts mehr verloren haben und lieber bei den Erwachsenen sitzen sollten, wo sowieso alle sitzen! Sie kennen das? Genau das ist in etwa das Gefühl, mit dem ich am Ende des Abends aus dem Bankett herausgegangen bin. Soviel zu Satz Nummer zwei, welcher für mich den Abend beschreibt.

Aber betrachten wir es etwas genauer.

Zu aller erst muss ich sagen, das sich alle Kritik, die ich überhaupt anbringe, voll und ganz auf hohem Niveau bewegt und es meiner Meinung nach keine groben Patzer oder Unfälle gab, die es wirklich zu kritisieren gäbe. Es war einfach eine runde Sache, wie ich gerne sage. Der ganze Abend wirkte ordentlich durchorganisiert und geplant und man kann in Richtung Haus Hekate und den Wolfenbergs eigentlich nur gratulieren, es war für mich als Gast eine große Freude, dabei gewesen zu sein.

Aber, einen Punkt gibt es dann doch. Wie ich es Eingangs schon beschrieben habe, kam ich mir an diesem Abend – als Gast, der nicht am Gastgebertisch platziert wurde und kein eigenes Gildengrüppchen um sich herum hatte – ein wenig vor, wie auf verlorenem Posten. Hat weniger etwas mit der Leitung zu tun, als mehr am Mangel an Gästen. Aber ich hätte mir von der Leitung doch dafür eine Improvisierte Lösung gewünscht. Den etwa ab 20:30 Uhr war abzusehen, dass die Gästezahl nicht mehr unbedingt steigen würde und man hätte Problemlos, als Gastgeber, uns „einfache“ Gäste (wir waren nur eine Handvoll) mit an den Haupttisch umsiedeln können, der war nämlich auch nicht gerade brechend voll.

Alternativ hätten auch die anderen Mitglieder des Hauses Hekate sich nicht im Grüppchen an den leeren Tisch verdrücken können, sondern sich eventuell mit unter die „einfachen“ Gäste mischen können. Ich muss auch sagen: Ich als Veranstalter wäre tatsächlich etwas enttäuscht von der Gästeanzahl gewesen. Gerade im Hinblick auf die Länge der potenziellen Gästeliste.

Das war es an dieser Stelle auch schon mit nennenswerter Kritik die ich anzubringen hätte. Ansonsten hätte man die Beschreibungen des Essens eventuell jeweils in einem Block posten können und nicht jeden Satz einzeln. Hätte der Übersicht im üblichen Chatchaos nicht geschadet, ist aber nur ein kleines Detail und eigentlich nicht der Rede wert. Ebenso nur ein kleines Detail, aber ich hatte das Gefühl, das die allgemein gute Stimmung während des Festes, ab etwa 21:00 Uhr etwas gefallen ist und sich leicht verschlechtert hat. Das kann aber auch nur meine subjektive Wahrnehmung sein. Vielleicht ist aber auch jemand Anders dieser Meinung. Wer weiß.

Kurzum: Es war ein wunderbar organisierter Abend, bei dem ich froh war, dabei gewesen zu sein, obwohl ich für mich als Gast, nicht wirklich etwas daraus ziehen konnte. Wahrscheinlich begründet im Mangel an weiteren Gästen oder eigenen Gildenmitgliedern, mit denen ich in einem Grüppchen hätte sitzen können. Daher möchte ich mit folgenden Worten meine Kritik abschließen: Jeder Gast mit Einladung, der das gestrige Bankett zur Eröffnung des Zauberpokals in Dalaran versäumt hat, hat sicherlich nicht das ultimative Bankett des Jahres 2018 verschlafen.

Aber eines von diesen kleinen, feinen, gut organisierten Events – die das RP erstrebenswert machen und in der Summe mehr wiegen als jeder Großplot – so etwas, haben Sie auf jeden Fall verpasst!

Ein Rückblick, ein Ausblick und ein Jubiläum!

Da blickt man zurück auf das Jahr 2017 und es kommt einem so vor, als ob man hier im Blog kaum etwas veröffentlicht hat. Ich muss aber auch sagen, dass ich im vergangenen Jahr nur sehr wenig den Drang verspürt habe, etwaige Texte zu notieren und zu veröffentlichen.

Vor ein paar Tagen fragte ich mich einmal ganz ad hoc: „Was war für dich das beste RP-Event in 2017?“ Sofort schoss mir da der Gedanke an den Überfall der Todesritter auf die Kapelle in den Pestländern in den Kopf, organisiert von den Rittern Mograines und den Klingen Tyrs. Einziges Problem bei der Sache, das Event hat bereits Ende 2016 stattgefunden und wenn ich ehrlich sein darf, selbst nach einigen Minuten des Nachdenkens, viel mir kein Event bzw. Plot ein, bei dem mir nicht im gleichen Maße zur Freude, auch gleich ein bitterer Beigeschmack wegen diverser Negativpunkte mit aufgestoßen ist. Somit kann ich diese Frage tatsächlich nicht wirklich beantworten.

Im Hinblick auf 2018 fehlt mir tatsächlich auch etwas die Perspektive, was ich mit einer Kirin Tor Magierin und ihren doch recht konservativen Ansichten im RP überhaupt noch anfangen soll. Daher werde ich mich nun auch nicht hinstellen und groß aus dem Vollen verkünden, was ich alles so machen will/kann/würde. Sondern ich werde es ruhig angehen und auf mich „zukommen“ lassen. Wahrscheinlich sogar meine Aktivität etwas zurückfahren und verringern. So zusagend etwas gezielter und ausgewählter am RP teilhaben und mich dafür ein wenig mehr den kleinen Projekten widmen, die ich liebgewonnen habe und aus denen ich persönlich etwas mehr ziehe.

Kommen wir zum Abschluss noch zu einer kleinen Randbemerkung. Ich weiß zwar den Monat nicht mehr genau, aber es müsste um und bei Februar/März/April 2008 gewesen sein, als ich Die Aldor zu meiner damaligen Wahlheimat erklärt habe. Mehr oder wenig unfreiwillig natürlich. Somit bin ich nun schon 10 Jahre auf diesem Server beheimatet und kann sogar voller Stolz verkünden, dass mich mein erster Charakter von damals, immer noch begleitet. Zurückblickend kann ich sagen, es war nicht immer eine schöne Zeit, aber für die schönen Momente dazwischen, hat es sich gelohnt. Ich erinnere mich immer noch gut an die Schwerter der Allianz, Fluctuat nec mergitur und unsere damalige Gründung von La Haine. Wenn mich allerdings jemand fragen sollte, ob ich noch einmal mit World of Warcraft (WoW) beginnen würde, dann muss ich auch ganz klar sagen: Nein, würde ich nicht!

Hätte ich die Chance diesen Weg noch einmal zu gehen, würde ich mich ganz klar von WoW fernhalten, denn ich weiß auch genau, ich habe an so manchem Freitagabend in meiner Jugend „da draußen“ auch ein bisschen was verpasst.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Neues 2018.

Und nun lieber Leser: Rechner aus und ab an die frische Luft! Da spielt das Leben.