Hekate ruft zum Bankett. Ein Lob.

Man stelle sich einmal vor…

… jemand organisiert ein richtig tolles Bankett und keiner geht hin.

Zumindest ist das einer von zwei Sätzen, die meine Meinung zum Eröffnungsbankett bei Hekates Zauberpokal in Dalaran zusammenfassen würden.

Der zweite Satz ist mehr ein Gefühl.

Stellen sie sich vor: Sie sind auf einer familiären Feierlichkeit und dort gibt es den berühmten Tisch für die Erwachsenen und den Kindertisch. Sie selbst sind noch etwas Jünger, aber schon lange kein Kind mehr und müssen am Kindertisch Platz nehmen, obwohl sie voll und ganz der Meinung sind, das sie dort nichts mehr verloren haben und lieber bei den Erwachsenen sitzen sollten, wo sowieso alle sitzen! Sie kennen das? Genau das ist in etwa das Gefühl, mit dem ich am Ende des Abends aus dem Bankett herausgegangen bin. Soviel zu Satz Nummer zwei, welcher für mich den Abend beschreibt.

Aber betrachten wir es etwas genauer.

Zu aller erst muss ich sagen, das sich alle Kritik, die ich überhaupt anbringe, voll und ganz auf hohem Niveau bewegt und es meiner Meinung nach keine groben Patzer oder Unfälle gab, die es wirklich zu kritisieren gäbe. Es war einfach eine runde Sache, wie ich gerne sage. Der ganze Abend wirkte ordentlich durchorganisiert und geplant und man kann in Richtung Haus Hekate und den Wolfenbergs eigentlich nur gratulieren, es war für mich als Gast eine große Freude, dabei gewesen zu sein.

Aber, einen Punkt gibt es dann doch. Wie ich es Eingangs schon beschrieben habe, kam ich mir an diesem Abend – als Gast, der nicht am Gastgebertisch platziert wurde und kein eigenes Gildengrüppchen um sich herum hatte – ein wenig vor, wie auf verlorenem Posten. Hat weniger etwas mit der Leitung zu tun, als mehr am Mangel an Gästen. Aber ich hätte mir von der Leitung doch dafür eine Improvisierte Lösung gewünscht. Den etwa ab 20:30 Uhr war abzusehen, dass die Gästezahl nicht mehr unbedingt steigen würde und man hätte Problemlos, als Gastgeber, uns „einfache“ Gäste (wir waren nur eine Handvoll) mit an den Haupttisch umsiedeln können, der war nämlich auch nicht gerade brechend voll.

Alternativ hätten auch die anderen Mitglieder des Hauses Hekate sich nicht im Grüppchen an den leeren Tisch verdrücken können, sondern sich eventuell mit unter die „einfachen“ Gäste mischen können. Ich muss auch sagen: Ich als Veranstalter wäre tatsächlich etwas enttäuscht von der Gästeanzahl gewesen. Gerade im Hinblick auf die Länge der potenziellen Gästeliste.

Das war es an dieser Stelle auch schon mit nennenswerter Kritik die ich anzubringen hätte. Ansonsten hätte man die Beschreibungen des Essens eventuell jeweils in einem Block posten können und nicht jeden Satz einzeln. Hätte der Übersicht im üblichen Chatchaos nicht geschadet, ist aber nur ein kleines Detail und eigentlich nicht der Rede wert. Ebenso nur ein kleines Detail, aber ich hatte das Gefühl, das die allgemein gute Stimmung während des Festes, ab etwa 21:00 Uhr etwas gefallen ist und sich leicht verschlechtert hat. Das kann aber auch nur meine subjektive Wahrnehmung sein. Vielleicht ist aber auch jemand Anders dieser Meinung. Wer weiß.

Kurzum: Es war ein wunderbar organisierter Abend, bei dem ich froh war, dabei gewesen zu sein, obwohl ich für mich als Gast, nicht wirklich etwas daraus ziehen konnte. Wahrscheinlich begründet im Mangel an weiteren Gästen oder eigenen Gildenmitgliedern, mit denen ich in einem Grüppchen hätte sitzen können. Daher möchte ich mit folgenden Worten meine Kritik abschließen: Jeder Gast mit Einladung, der das gestrige Bankett zur Eröffnung des Zauberpokals in Dalaran versäumt hat, hat sicherlich nicht das ultimative Bankett des Jahres 2018 verschlafen.

Aber eines von diesen kleinen, feinen, gut organisierten Events – die das RP erstrebenswert machen und in der Summe mehr wiegen als jeder Großplot – so etwas, haben Sie auf jeden Fall verpasst!

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Ein Rückblick, ein Ausblick und ein Jubiläum!

Da blickt man zurück auf das Jahr 2017 und es kommt einem so vor, als ob man hier im Blog kaum etwas veröffentlicht hat. Ich muss aber auch sagen, dass ich im vergangenen Jahr nur sehr wenig den Drang verspürt habe, etwaige Texte zu notieren und zu veröffentlichen.

Vor ein paar Tagen fragte ich mich einmal ganz ad hoc: „Was war für dich das beste RP-Event in 2017?“ Sofort schoss mir da der Gedanke an den Überfall der Todesritter auf die Kapelle in den Pestländern in den Kopf, organisiert von den Rittern Mograines und den Klingen Tyrs. Einziges Problem bei der Sache, das Event hat bereits Ende 2016 stattgefunden und wenn ich ehrlich sein darf, selbst nach einigen Minuten des Nachdenkens, viel mir kein Event bzw. Plot ein, bei dem mir nicht im gleichen Maße zur Freude, auch gleich ein bitterer Beigeschmack wegen diverser Negativpunkte mit aufgestoßen ist. Somit kann ich diese Frage tatsächlich nicht wirklich beantworten.

Im Hinblick auf 2018 fehlt mir tatsächlich auch etwas die Perspektive, was ich mit einer Kirin Tor Magierin und ihren doch recht konservativen Ansichten im RP überhaupt noch anfangen soll. Daher werde ich mich nun auch nicht hinstellen und groß aus dem Vollen verkünden, was ich alles so machen will/kann/würde. Sondern ich werde es ruhig angehen und auf mich „zukommen“ lassen. Wahrscheinlich sogar meine Aktivität etwas zurückfahren und verringern. So zusagend etwas gezielter und ausgewählter am RP teilhaben und mich dafür ein wenig mehr den kleinen Projekten widmen, die ich liebgewonnen habe und aus denen ich persönlich etwas mehr ziehe.

Kommen wir zum Abschluss noch zu einer kleinen Randbemerkung. Ich weiß zwar den Monat nicht mehr genau, aber es müsste um und bei Februar/März/April 2008 gewesen sein, als ich Die Aldor zu meiner damaligen Wahlheimat erklärt habe. Mehr oder wenig unfreiwillig natürlich. Somit bin ich nun schon 10 Jahre auf diesem Server beheimatet und kann sogar voller Stolz verkünden, dass mich mein erster Charakter von damals, immer noch begleitet. Zurückblickend kann ich sagen, es war nicht immer eine schöne Zeit, aber für die schönen Momente dazwischen, hat es sich gelohnt. Ich erinnere mich immer noch gut an die Schwerter der Allianz, Fluctuat nec mergitur und unsere damalige Gründung von La Haine. Wenn mich allerdings jemand fragen sollte, ob ich noch einmal mit World of Warcraft (WoW) beginnen würde, dann muss ich auch ganz klar sagen: Nein, würde ich nicht!

Hätte ich die Chance diesen Weg noch einmal zu gehen, würde ich mich ganz klar von WoW fernhalten, denn ich weiß auch genau, ich habe an so manchem Freitagabend in meiner Jugend „da draußen“ auch ein bisschen was verpasst.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Neues 2018.

Und nun lieber Leser: Rechner aus und ab an die frische Luft! Da spielt das Leben.

Von Eiern und Zwergen

Küste des Hinterlandes

Vor einigen Tagen…

Mit einem lauten klatschen landete das kleine Ruderboot zwischen den seichten Wellen. Tropfen stoben in die Höhe und rieselten über die beiden Passagiere hinweg. Aber das störte sie wenig. Schnell nahmen sie die Riemen zur Hand, stießen das kleine schwankende Boot vom hölzernen Rumpf des Seelenverkäufers ab, der sie hierher mitgenommen hatte und begannen ihre langsame Fahrt, immer dem bewaldeten Ufer des Hinterlands entgegen. In ein paar Wochen würden diese Aasgeier sie hier wieder einsammeln und mit zurück nach Sturmwind nehmen.

Und dann würden sie reich werden. Stink Reich.

Zwei junge aufstrebende Männer, die mit Gold nur so um sich werfen konnten. Breit grinsend und gänzlich von ihrem Vorhaben überzeugt strebten die beiden Menschen ihrem Ziel entgegen. Trolle, Greifen und Zwerge würden sie kaum aufhalten können, sie mussten nur Zugreifen, der Tisch war reich gedeckt.

Zumindest dachten sie das in diesem Moment noch.

Kult der Neun Augen Part 2

Eisenschmiede

Er war vom Donner getroffen oder Magnis Hammer oder was auch immer. Aber eigentlich sollte sich diese Frau da vor ihm doch gerade im Bett befinden? Ungläubig rieb er sich noch einmal die kleinen Schweinsäuglein. An der Tür klopfend hatte er noch erwartet, dass ihn wieder dieses komische fliegende Buch hereinlassen würde und dann stand die Magierin einfach vor ihm und ließ ihn ein.

Das blühende Leben. Keine Spuren von irgendwelchen Verletzungen.

„Frau Stillwasser? Was … Was machen sie da? Sollten sie nicht im Bett sein und … und ihre Verletzungen auskurieren?“ Fast wäre ihm der Topf mit Gulasch aus der Hand gefallen, welches er für die Kränkelnde, von seiner Frau mitgebracht hatte.
„Sollten sie nicht irgendwo im Bett liegen?“ Er war doch etwas perplex.

„Tue ich ja offiziell auch. Hoffen wir das es noch einige Zeit so bleibt.“ Mit Schwung landete ein gepackter Rucksack neben dem Zwerg. Der immer noch wie angewurzelt im Raum stand. „Ist das Essen von ihrer Frau? Sehr aufmerksam, stellen sie es doch in die Küche Herr Kupferfels und es wäre schön, wenn sie morgen noch etwas bringen. Gegen Abend. Eine kranke Magierin muss ja versorgt werden, mein Familiar lässt sie dann herein.“ Nun landete auch noch ein Reisemantel auf dem Rucksack und sie begann noch eine kleine Tasche am Gürtel zu befestigen.

„Also liegen sie jetzt die nächsten Tage krank im Bett?“ rekapitulierte der Zwerg. „Und reisen gerade ab?“ Etwas abwesend schob er den Topf auf den Esszimmertisch, während die Frau ihren Gürtel fertig bestückt hatte, sich nun den Mantel unter den Arm klemmte und den Rucksack aufhob, um damit in Richtung Treppenhaus zu wandern. „Magus?“ kam es ihr noch einmal hinterher.

Mit fast abwesendem Blick wendete die gerüstete Frau sich in der Türe noch einmal um und blickte erst dann wieder bewusst den Zwerg an. „Ach, sie sind noch da. Wenn sie vorne Rausgehen, ziehen sie doch bitte die Tür zu, ich gehe hinten raus und wenn jemand anderes als ein Kollege aus dem Zirkel fragt: Ich liege im Bett und bin nicht zu sprechen!“ Fast war sie schon in der Tür verschwunden, da ruckte der Kopf noch einmal zurück und fixierte den Zwerg. „Und wenn ein Kollege fragt: Ich bin in Darnassus!“ Kurz wurde der Raum von einer stummen Pause erfüllt. „Angeln!“ Gab sie dann noch von sich und kurz darauf hörte man schon ihre Schritte die Kellertreppe herunter trapsen.

Ernüchternd schmatzend, löste sich der alternde Zwerg, mit bronzenem Bart, aus der versteinerten Haltung, nahm auf einem der Stühle am Esstisch Platz, hob den Deckel vom Topf und begutachtete noch einen Moment das dampfende Gulasch darin. Dann stand er Schulterzuckend wieder auf und begab sich zur Eingangstür, öffnete zügig und sog die Luft der Schmiede in sich ein, während er heraustrat und die schweren Eichenbretter wieder hinter sich in den Türrahmen zog.

„Magier, die sind doch alle bekloppt.“

Die Ankunft von Argus

Zügig kratzte die weiße Feder über das Pergament. Zielgerichtet brachte sie, mit ein wenig Unterstützung der führenden Hand und etwas Tinte, die von der Verfasserin angedachten Worte und Sätze auf das Papier. Die Verfasserin selbst schien konzentriert, immerhin näherte sich mit diesen Worten einer der letzten Berichte des Tages seinem Ende. Aber wie es das Schicksal so wollte, wurde sie je in diesem Moment gestört.

Du solltest dir das hier mal ansehen. Schlich sich eine Stimme in ihre Gedanken. Sichtlich gestört hielt die Feder kurz inne. Die Frau selbst auch. Für den Moment unkonzentriert fokussierte ihr Blick die leere Teetasse. Hörbar atmete sie etwas verächtlich aus und ließ Hand und Feder erstmal ihren Satz vollenden.

„Gleich.“ Gab sie in Richtung der Balkontür zurück.

Diese stand momentan offen, ließ etwas frische Luft herein und netterweise ihren Familiar hinaus. Der dicke alte Wälzer hatte sein kleines Regelbrett inzwischen Satt und einen ihrer Balkonstühle seit einigen Wochen für sich als neuen Liegeplatz auserkoren.

Nein. Kam es schon wieder. Das solltest du dir wirklich ansehen. Kein Gleich, kein Moment. Beweg dich Mädchen.

Seufzend drückte sie sich mit dem Stuhl vom Schreibtisch zurück. Die Hölzernen Stuhlbeine schrammten über den Steinboden. Ordentliche legte sie die Feder zur Seite und streckte erstmal einen Moment die Arme in die Höhe, was ihre lädierten Gelenke mit einem leichten Knacken kommentierten. „Ich werde Alt.“ Die Robe zurechtziehend wendete sich dann endlich der Balkontür zu.

Kommst du nun endlich oder was?! Kam es schon fast hysterisch von ihrem Familiar. Das war tatsächlich etwas unüblich. „Was ist denn? Sitzt auf dem Geländer eine schwarze Katze und will ein Spiel spielen oder kommen mal wieder ein paar Ritter der schwarzen Klinge über den Balkon um mich umzubringen?“

Du bewegst jetzt deinen Hintern hier raus und guckst dir den Mist selber an! Trommelte es auf sie ein, während sie auch schon die zwei Stufen zur Tür nahm und hindurchschritt. „Was hast du nun wieder angestellt, du nervender Begleiter meines…“ und dann hielt sie doch erstmal eine gefühlte Ewigkeit inne.

Lange begutachteten Beide stumm dieses störende, felgrüne Etwas am Nachthimmel, das ihnen gerade den Feierabend versaute, oder den Feiermorgen. Aber eigentlich war die Zeit gerade irrelevant geworden. „Ach Schejße.“ Kam es nur knapp, fast gleichgültig von der Kirin Tor, was von ihrem Begleiter aber nicht weiter kommentiert wurde.

„Jesper?“ kam es müde aus dem Mund der Magierin, die nun in sich zusammen zu sinken schien und deutlich erschöpfter als vorher auf den Ballen kehrt machte, um wieder nach drinnen zu stapfen.

Ja Mädchen? Antwortete der Wälzer mit einem leichten rascheln seiner Seiten.

„Flieg bitte zu Magus Voltan und erkundige dich, ob meine Rüstung und das Wächterkonstrukt wieder Einsatzbereit sind. Ich denke wir werden sie bald brauchen.“

Und was machst du in der Zwischenzeit? Kam es recht prompt zurück.

Aber da war die Magierin schon aus dem Raum, in Richtung des Treppenhauses verschwunden und seine Verbindung zu ihr vernahm nur noch eine Schwall Schimpfwörter, irgendetwas vom Tee kochen und davon, dass sie sich um diesen Papierkram ganz sicher NICHT kümmern würde.

Kult der Neun Augen Part 1

Am Rande der Ortschaft Kharanos, Dun Morogh.

Eine Nacht zuvor.

Knarzend drückten sich ihre Stiefel in die geschlossene Schneedecke. Mit jedem Schritt warf sie einige Klumpen gefroren Schnees vor sich her, bis die sie endlich verharrte und den Blick ein wenig über die eisige Weite schweifen lies. Kurze weiße Wölkchen bildeten sich vor dem Mund und die Kälte ließ sie den violetten Umhang etwas enger um den Körper ziehen.

Irgendwann bringen sie dich noch einmal unter die Erde. Meldete sich eine Stimme in ihrem Kopf.
„Warum sind es eigentlich immer Gnome?“ antwortete sie Dieser leise. „Warum stolpere ich immer über diese kleinen Monster.“ Die Linke griff ein wenig in den Saum des Umhangs, zog wieder etwas daran und ihr Blick wanderte zu ein paar Lichtern in der Ferne.

Ich nehme mal an, Letzteres war freundlich gemeint. Antwortete ihr Familiar und das vertraute rascheln von einigen Buchseiten, drang vom Gürtel her an ihr Ohr. Aber tatsächlich sind wohl die Gnome, mal wieder, die beste Spur.

„Mal wieder ist gut.“ Sie atmete mit spitzem Mund aus und begutachtete einen Moment gedankenverloren, wie ihre warme Atemluft sich in der Dunkelheit verflüchtigte. Die interessanteste Erkenntnis dieses Tages, hat meiner Meinung nach sowieso nichts mit diesem Fall zu tun. Murmelte das Buch.

„Da sind wir wohl einer Meinung, aber mit der Eisenschmieder Politik und ihren namentlichen Besonderheiten können wir uns später beschäftigen. Vielleicht nimmt uns ja jemand das Thema beim nächsten Rat ab, ansonsten werde ich mich wohl mal wieder zum Kuchen einladen müssen.“

Kurze Zeit bleibt es wieder Ruhig in Dun Morogh bis die Magierin ihr Gespräch fortführt. „In ein paar Stunden sehen wir uns die Höfe und den Jäger an.“

Was hältst du von dem Fundstück der Jägerin? Raschelten die Seiten wieder, vom Gürtel her und wechselten das Thema auf den vergangen Tag. „Eine falsche Fährte, laut dem Bericht der Kollegin. Wahrscheinlich jemand der mit dem Trubel und ein paar Gerüchten etwas Gold verdienen will.“

Auch das macht die Lage riskant. Antwortete die Stimme.

„In vielerlei Hinsicht. Momentan ist die Gefahr nicht abzuschätzen und Hinterhalte sind mit den Werkzeugen, die der Feind einsetzt, jederzeit zu erwarten. Nächstes Mal ist es vielleicht nicht nur eine Haxe.“ Wieder stiegen ein paar weiße Wölkchen in den Nachthimmel.
Na, wer wird den gleich alles so Schwarz sehen. Kam auch prompt die Antwort.

„Nun“, die Magierin wandte den Blick auf die kleine Ortschaft hinter sich, „momentan wissen wir nicht wie weit die Experimente gehen.“

Du meinst als das Kleinvieh könnte auch größer werden?

„Im Zweifel. Wölfe, Spinnen, Raubkatzen, der unscheinbare Hund des Nachbarn, die Katze auf dem Fensterbrett gegenüber.“ Begann die Frau lose ihre Gedanken aufzuzählen. Oder schlimmer. Fügte die Stimme an.

„Auf den ersten Blick wissen wir zumindest nicht, wer Freund oder Feind ist …“
…und wie weit Augen und Ohren des Feindes schon reichen. Beendete das Buch den Satz.

Überraschungsbesuch

Kaum das sich der Besuch verabschiedet hatte und die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen war, griff sie auch schon zur Flasche. In Gedanken, aber doch bewusst fand die linke Hand auch sogleich die Gesuchte. Zwischen der Wein- und Whiskyauswahl verborgen, holte sie eine Flasche Apfelsaft hervor, die andere Hand zog ein Glas heran, welches sich auch schon fast bis zum Rand füllte und kurz danach landete die Flasche auch schon wieder auf seinem Platz, zwischen den Kollegen mit dem Alkoholischen Inhalt.

Erleichtert und doch bedrückt sank sie drei Schritte später wieder auf den Stuhl, der ihr in den letzten Minuten schon so zuverlässig halt gegeben hatte. Das Glas landete sanft, samt Hand und linkem Arm, auf dem Esstisch daneben und so verblieb man einen Moment. Nachdenklich, in Gedanken versunken, musterte sie noch eine Zeit lang das rote Sofa mit den großen Ohrenlehnen, welches Ihr Gegenüberstand. Die Sitzflächen auf denen ihre beiden Besucher gerade gesessen hatten, ließen sich gefühlte Ewigkeiten Zeit um sich von der Belastung zu erholen und ihre ursprüngliche, glatte Fläche wiederherzustellen. Seufzend wurde das Glas an die Lippen gesetzt, ein Schluck genommen und kaum das Glas und Hand wieder ihren Weg auf die Tischplatte gefunden hatten, schwebte, mit einem leichten rascheln seiner Seiten, auch schon ihr Familiar herbei. Fast lautlos ließ sich der Dunkle Wälzer auf dem Tisch nieder, den Einband auf das Sofa gerichtet, machte er keinen weiteren Laut, sondern verblieb einfach Still, wie seine Meisterin.

Nach weiteren Minuten des stummen Anschweigens und einem sich nippend leerendem Glas, brach der Wälzer endlich das das Schweigen.
Bitte, bitte, große Magus. Helft uns oder wir werden alle sterben. Erklang die jammernde Imitation des Studenten der vor kurzem noch links auf dem Sofa gesessen und seine Vorstellung gegeben hatte. Etwas überrascht und doch amüsiert prustete sie den Schluck – den sie gerade nehmen wollte – wieder zurück ins Glas und stellt es räuspernd zurück auf den Tisch. Hätte er weiter so auf die Tränendrüse gedrückt, hätte er fast mein Mitleid gehabt. „Meines Nicht, ich habe nichts zu verschenken.“ Kam es knapp von der Magierin, abwartend lag der Blick weiter auf dem Sofa. Und? Was meinst du? Die Vorstellung war zwar bemitleidenswert, aber willst du das Angebot annehmen?

„Das Gejammer nennst du ein Angebot? Also bitte, wie haben die sich das vorgestellt? Sie kommen hier rein, betteln um Hilfe und ich springe sofort auf?“ amüsiert atmete sie hörbar durch die Nase aus. „Der Leutnant hat sich zwar etwas besser angestellt, aber auch ihm musste ich alles aus der Nase ziehen. Ich werde mich mal bei der Baronin anmelden. Vielleicht kommt sie etwas zügiger zum Punkt, anstatt so rumzudrucksen.“

Kopfschüttelnd wandte sie nun endlich den Blick vom Sofa ab und nahm ihren Familiar in den Fokus. Du hättest diesem Studenten … kurz wurde es still … ich habe mir seinen Namen nicht gemerkt. Du hättest ihm auf jeden Fall nicht gleich das Gespräch aus der Hand nehmen sollen. „Hätte ich das nicht getan, säßen die Beiden immer noch hier.“ Antwortete sie sogleich, nahm das Glas wieder zur Hand, blickt aber nur darauf und löste den Griff auch schon wieder. Gib ihnen eine Chance, auch wenn der erste Eindruck etwas mangelte.

„Machst du einen Termin?“ Wie immer. Hätte er mit den Schultern zucken können, hätte er es Wohl getan. Wie schnell willst du dich entscheiden?

„Das muss sich zeigen, momentan muss ich noch ein paar Kleinigkeiten erledigen und dann ist da noch der Loavorfall.“ Alles ziemlich Eng momentan wie?
Aber von der Magierin kam nur noch ein leichtes, zustimmendes Brummen. So übte man sich wieder im stummen Nachdenken und das Glas verblieb weiterhin unangetastet auf dem Tisch. Für die Eine halb leer und für den Anderen halb voll.